Die Welt der Strafprozesse, das Umfeld der Strafjustiz und mehr aus der Sicht von Rechtsanwalt und Fachanwalt für Strafrecht Werner Siebers aus Halle (Saale) (Eigenwerbung eingeschlossen)
Einen angeblichen Mordanschlag auf den eigenen Chef aufzuklären, scheint nicht gerade die Paradedisziplin der Passauer Polizei zu sein. Es ist schon auffällig, wie sich die Ermittler die Scheuklappen des Opfers aufgesetzt haben und sich beispielsweise nicht trauen, auch mal im persönlichen Umfeld des Opfers zu ermitteln. Traurig, wie lange man gebraucht hat, festzustellen, dass die angeblichen Täter auch aus einem völlig anderen Umfeld stammen können, als bisher angenommen.
Im Fall des Attentats auf den Passauer Polizeichef Alois Mannichl suchen die Ermittler der Sonderkommission jetzt nach einer Gruppe von fünf Männern und einer Frau. Sie wurden in der Nähe des Tatorts in Fürstenzell gesehen. Es sei nicht einmal klar, ob sie der rechten Szene angehörten. Sie könnten auch dem Punker-, Rocker oder Gothic-Milieu zugerechnet werden, hieß es. Mannichl hatte den Täter als etwa 1,90 Meter groß und 25 bis 35 Jahre alt beschrieben.