Wenn der Strafverteidiger die Revision fachlich versiert begründet – Vorwurf der Bestechlichkeit – Freispruch


Was Sie als Betroffener zu dieser Gerichtsentscheidung wissen müssen


Wenn Sie als ein Amtsträger oder ein für den öffentlichen Dienst besonders Verpflichteter (in der Regel Beamte oder Angestellte im öffentlichen Dienst) wegen Bestechlichkeit oder ähnlicher Vorwürfe unter Druck stehen, zählt jede Information, denn es geht nicht nur um strafrechtliche Konsequenzen, sondern auch um dienstrechtliche bis hin zur Entlassung.

Der Beschluss des Oberlandesgerichts (OLG) Braunschweig vom 8. April 2024 (Geschäftsnummer 1 ORs 6/24), wie wichtig eine sorgfältige Verteidigung und die genaue Beachtung Ihrer Rechte im Strafverfahren sind. In diesem Beitrag erfahren Sie, was das Urteil für Angeklagte bedeutet, welche Fehler Gerichte machen können – und wie Sie sich optimal verteidigen bzw. wie wichtig es ist, für die Revision einen Verteidiger (in der Regel Fachanwalt für Strafrecht) zu beauftragen, der auf Revisionen spezialisiert ist.

Das Wichtigste des Beschlusses in Kürze

Das OLG Braunschweig hat ein vorheriges Urteil aufgehoben und das Verfahren an eine andere kleine Strafkammer (Berufungskammer) zurückverwiesen. Der Grund war, dass das Landgericht den Angeklagten verurteilt hatte, ohne ihn über eine wesentliche Änderung im Tatvorwurf zu informieren. Dem Revisionsspezialisten war es gelungen, diesen Fehler revisionsrechtlich sauber so herauszuarbeiten, dass sich sogar die Generalstaatsanwaltschaft dem Aufhebungsantrag angeschlossen hat., weil das Urteil nicht nur an dem hier erörterten Fehler gelitten hat.

In der nächsten Instanz wurde der Angeklagte freigesprochen, der Freispruch ist rechtskräftig.

Für Sie als Angeklagter bedeutet das: Gerichte müssen Ihren Verteidiger bzw. Sie persönlich über alle relevanten Änderungen im Verfahren informieren – sonst kann ein Urteil aufgehoben werden.


Was ist passiert? – Der Fall einfach erklärt

Ein Justizvollzugsbeamter wurde ursprünglich freigesprochen, später aber nach einer ersten Berufung und einer ersten Revision der Staatsanwaltschaft wegen angeblicher Bestechlichkeit verurteilt. Im Kern ging es darum, ob er einem Häftling gegen Geld geholfen hat, ein verbotenes Handy verschwinden zu lassen.


Das Landgericht änderte während des Prozesses die Sichtweise auf den Tatvorwurf – ohne den Angeklagten darauf hinzuweisen. Das OLG Braunschweig hat diesen Verfahrensfehler erkannt und das Urteil aufgehoben.


Warum ist der Beschluss für Angeklagte so wichtig?


Gerichte dürfen den Tatvorwurf nicht einfach verändern, ohne Sie und Ihren Verteidiger darauf hinzuweisen. Wird das doch gemacht, ist Ihre Verteidigung massiv eingeschränkt. Das OLG betont: Ohne klaren Hinweis ist ein Urteil aufzuheben – das schützt Ihre Rechte als Angeklagter.


Selbst wenn das Gericht überzeugt ist, dass Sie schuldig sind, muss es sich an die Regeln halten. Verfahrensfehler – wie fehlende Hinweise auf eine neue Bewertung des Sachverhalts – führen oft dazu, dass Urteile aufgehoben werden.


Häufige Fragen von Betroffenen


Was bedeutet „Verfahrensfehler“?


Ein Verfahrensfehler liegt vor, wenn das Gericht die gesetzlichen Regeln im Strafprozess nicht beachtet. Das kann z.B. passieren, wenn Sie oder Ihre Verteidigung nicht ausreichend informiert werden.


Was passiert nach einer Aufhebung des Urteils?


Das Verfahren wird vor einer anderen Kammer neu verhandelt. Sie bekommen eine neue Chance, sich zu verteidigen – oft mit besseren Erfolgsaussichten.


Kann ich mich auf solche Fehler berufen?


Ja! Ein erfahrener Strafverteidiger prüft immer, ob das Gericht Fehler gemacht hat, die zu einer Aufhebung oder sogar zu einem Freispruch führen können.

Praktische Tipps: So stärken Sie Ihre Verteidigung


• Suchen Sie frühzeitig einen spezialisierten und erfahrenen Strafverteidiger
• Lassen Sie alle Verfahrensschritte und Urteile auf Fehler prüfen.
• Bleiben Sie ruhig – selbst nach einer Verurteilung kann ein Revisionsverfahren Erfolg haben.


Konstruktive Kritik: Hätte das Gericht sorgfältiger arbeiten müssen?


Der Fall zeigt, dass Gerichte auch unter Zeitdruck oder mangels Rechtskenntnis manchmal zu schnell urteilen und dabei die Verteidigungsrechte der Angeklagten aus dem Blick verlieren. Gerade bei schwerwiegenden Vorwürfen wie Bestechlichkeit ist es essenziell, dass Gerichte alle Verfahrensregeln strikt einhalten, zumal auch die berufliche Existenz davon abhängen kann. Nur so wird ein faires Verfahren garantiert. Die Entscheidung des OLG Braunschweig ist daher ein wichtiges Signal für mehr Sorgfalt und Gerechtigkeit im Strafprozess.


Zusammenfassung: Ihre Rechte als Angeklagter stehen im Mittelpunkt


• Sie haben in der Hauptverhandlung das Recht, über alle Änderungen im Verfahren informiert zu werden.
• Verfahrensfehler können Urteile zu Ihren Gunsten kippen.
• Ein auf das Strafrecht spezialisierter Rechtsanwalt (Strafverteidiger, Fachanwalt für Strafrecht), der auch im Revisionsrecht erfahren ist, prüft Ihr Verfahren auf solche Fehler und versucht, Ihre Rechte durchzusetzen.


Sind Sie selbst betroffen oder haben Sie Fragen zu Ihrem Verfahren? Kontaktieren Sie mich für eine fundierte Einschätzung der Erfolgsaussichten einer Revision. Ich vertrete Sie engagiert in Halle, Braunschweig und bundesweit – und setze mich dafür ein, dass Ihre Rechte gewahrt bleiben.

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    Über rawsiebers

    Rechtsanwalt und Fachanwalt für Strafrecht, bundesweit tätig, TOP-RECHTSANWALT Deutschland 2014, 2015, 2016, 2017, 2018, 2019, 2020: STRAFRECHT (Focus-Spezial von 2014, 2015, 2016, 2017, 2018, 2019, 2020)
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