Staatsanwaltschaften und Strafgerichte kommen gar nicht mehr zum Arbeiten, weil dort die meiste Zeit damit verbracht wird, sich darüber zu beklagen, wie unendlich überlastet man doch ist.
Wenn dann aber technikverweigernde Richter noch mit ihren Bollerwagen sieht, auf denen sie ihre Aktenstapel in den Gerichtssaal fahren, oder Wachtmeister, die mit diesen Geräten die Papierakten durch die Gänge fahren, bekommt man gewisse Zweifel an der angeblichen Überlastung.
Es mag sie geben, aber sie ist zum größten Teil selbstgemacht und verringert sich deshalb nicht, weil ein Unbeweglichkeit ausstrahlendes Phlegma sich von Generation zu Generation weitervererbt.
Ein Paradebeispiel geradezu ungeheuerlicher, uneinsichtiger, dummer und arbeitsbeschaffender Vorgehensweise liefert gerade ein niedersächsisches Amtsgericht in einer unattraktiven Stadt mit einem großen Autohersteller und einem mittelmäßigen Bundesligaverein.
Eine mehrbändige Akte wird gescannt, auf jedem Band wird gut sichtbar ein Aufkleber angebracht, dass die Akte komplett gescannt ist.
Und was machen die Geistesgeblitzten? Für die Akteneinsicht des Verteidigers wird keineswegs ein Datenträger versandt, nein, es wird ein schlechter Ausdruck gefertigt, bei dem dann auch noch entscheidende Seiten, z.B. der Anklage, fehlen!
Es wird Zeit für das Ausdrucken und das Verpacken verplempert, es wird Papier und Strom verbraucht, es wird Porto von über 10.00 € verballert, es schreit zum Himmel.
Gehts noch?

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